Energie sparen mit AL-KU

Energiesparen: Oft wird geflunkert

Rund um das Thema Energiesparen gibt es viele Halbwahrheiten und falsche Mythen.

Ein Buch hat die gängigsten Energiesparlügen jetzt aufgelistet

Nicht jede Investition in energiesparende Massnahmen ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Böse Zungen behaupten, dass nirgendwo so viel gelogen wird wie beispielsweise auf Energiespar- oder Baumessen. Und tatsächlich entspricht der Rat mancher «Fachleute» nicht immer den realen Gegebenheiten. Manchmal ist es schon fahrlässig, wie die Bürger «informiert» werden. Oft genug steckt schlicht der schnöde Mammon dahinter, wenn Energiesparmärchen aufgetischt werden.

Der Journalist Markus Groll hat dies nun in seinem Buch «Die 50 grössten Energiesparlügen» zusammengefasst. Für ihn ist durchaus nachvollziehbar, warum es viele mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. «Energie betrifft ein Milliarden Euro schweres Business sowie viele Konsumenten und Politiker, die wiedergewählt werden wollen», betont Groll: «Keine Gruppe hat es gern, zum Sparen verdonnert zu werden oder einen Sparkurs verkünden zu müssen. Daher sind viele weitverbreitete Irrtümer nicht nur gesellschaftliche Mythen, sondern echte wirtschaftliche Fehlinformationen und Halbwahrheiten, die von Konsumenten auch gern geglaubt und daher von Politikern eher wiederholt, als aufgeklärt werden.»

Ehrliche Aufklärung

Was hat ihn veranlasst, ein Buch zu schreiben? Groll: «Die Erfahrung aus jahrelanger Recherche im Bereich Energieversorgung und die Überzeugung, dass man das Megaprojekt Energiewende nur zustande bringt, wenn man Konsumenten über alle deren Aspekte aufklärt, auch oder gerade wenn sie unangenehm oder teuer sind.» Aus seiner Sicht ist die Situation aber nicht so verwirrend, als dass nicht ein «normaler» Bürger die Wahrheit von der Lüge unterscheiden könnte: «Man sollte nur gewohnte Erklärungsmuster kritisch hinterfragen. Dann kommt man drauf, dass vieles, was derzeit unter Energiesparen angepriesen wird, nicht automatisch auch Geldsparen heisst.»

Haus und Wohnung

Neben anderen Kapiteln hat sich Groll auch mit dem Thema Haus und Wohnung beschäftigt. Einige Beispiele: Fenstertausch: «Als Klimaschutzmassnahme ist Fenstertausch zwar ökologisch vorbildhaft, aber dennoch eine der teuersten Massnahmen. Neue Fenster amortisieren sich durch eingesparte Heizkosten so gut wie nie. Dennoch: Ein äusserst schlechter Fensterzustand, ein Heizungssystem mit hohen Brennstoffkosten, die Erhöhung eines subjektiven Behaglichkeitsfaktors und eines rechnerischen Wiederverkaufswerts sprechen für den Fenstertausch.»

Wärmepumpe: «Wärmepumpensysteme sind im Grunde genommen aufgemotzte Stromheizungen und finanziell und ökologisch damit hauptsächlich vom Stromlieferanten abhängig. Die Energiebereitstellung durch Strom ist etwa drei Mal so teuer wie durch herkömmliche Brennstoffsysteme. Der Wärmepumpeneffekt kann den Nachteil ausgleichen – aber nur unter optimalen Bedingungen. Dazu zählen vor allem die Nutzung von Erdwärme als Wärmequelle und Niedertemperaturheizsysteme (Wand- oder Fussbodenheizung) sowie die Dämmung nach Niedrigenergiehaus-Standard.»

Öl- versus Holzheizung: «Die Brennstoffkosten allein sagen wenig über die gesamte Kostenbelastung eines Heizsystems aus. Der Ersatz einer alten Ölheizung durch ein modernes Öl-Brennwertgerät ist in vielen Fällen wirtschaftlich wesentlich günstiger als der Umbau in ein Holzheizungssystem. Beim Neubau halten sich die Systeme kostenmässig die Waage. Noch billiger geht es mit Systemen, die keinen Ex traspeicher für Heizöl (Tank) oder Pellets (eigener Vorratsraum) bedürfen: Gas, Fernwärme, Wärmepumpe.»

Fotovoltaik: «Ohne staatliche Förderung rentiert sich eine privat oder gewerbliche Fotovoltaikanlage nach 20 Jahren – oder später. Mit Förderung allerdings sinkt die Amortisationsdauer auf zwölf bis 13 Jahre. Vor allem können Sie sich langfristig gegen steigende Strompreise absichern. Weil die Hauptbenefits einer Fotovoltaikanlage in der Zukunft liegen, gehen die Investitionen in diesen Bereichen als eine Art Pensionsvorsorge durch.»

Buchtipp: Markus Groll: Die 50 grössten Energiesparlügen. Die gängigsten Irrtümer rund um Strom, Sprit und Heizen. Krenn-Verlag. CHF 27.90 2011, 144 Seiten, mit zahlreichen Schwarz-Weiss-Abbildungen, Masse: 23 cm, Kartoniert (TB), Deutsch, Krenn ISBN-10: 3990051105, ISBN-13: 9783990051108

10.12.2011