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Energiesicherheit ist für die Schweizer Armee keine Selbstverständlichkeit

Forschungsprojekt von armasuisse W+T

Forschungsprojekt von armasuisse W+T

Leistungsabklärungen zu einer 130-W-Methanol-Brennstoffzelle in witterungsbeständiger isolierter Box. Foto ©VBS/DDPS. Bild ZVG Schweizer Armee

Von der Armee ist ein Umdenken in Energiefragen gefordert, hin zu Eigenproduktion unter Nutzung erneuerbarer Energien – schlicht aus der Notwendigkeit heraus, die eigene Auftragserfüllung jederzeit sicherstellen zu können. Sie trägt damit aber auch zum Klimaschutz und dem Erreichen der Ziele der Energiestrategie 2050 bei und generiert dadurch gleichzeitig militärische Vorteile.

Die Klimaforschung zeigt, dass Hitzeperioden in Zentraleuropa in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen haben und immer häufiger auftreten werden. Schon mehrere Male haben lange, trockene Sommer die Wassermenge der Schweizer Flüsse reduziert. Die gegenwärtig zu zwei Dritteln auf Fliess- und Stauwasserkraft basierende Energieproduktion der Schweiz dürfte dadurch künftig vermehrt beeinträchtigt sein. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft aufgrund ihres Wachstums und der steigenden Technologisierung immer mehr Energie braucht. Auch in der europaweit wachsenden Bevölkerung erhöht sich die Energienachfrage und gleichzeitig verändert sich das Bezugsverhalten: Grosse Energiemengen werden zu Kühlungszwecken in den zunehmend längeren und heisseren Sommern benötigt, während in den ebenfalls zunehmenden wärmeren und kürzeren Wintern weniger Heizenergie benötigt wird. Das führt zu stärkeren saisonalen Schwankungen.

Grosse Herausforderungen

Die Schweiz nimmt in Europa eine Drehscheibenfunktion im internationalen Energiehandel ein, ist aber gleichzeitig im Bereich der elektrischen Energie stark vom Import abhängig. Vieles deutet darauf hin, dass der schnell wachsende Energieverbrauch künftig die europaweiten Produktions- und Verteilkapazitäten übersteigen wird, wovon die Schweiz direkt betroffen sein wird. Deshalb hat sie ein grosses Interesse, dass ein Netzausbau umsichtig international koordiniert wird. Das ist jedoch aufgrund unterschiedlicher politischer Interessen, die das Zustandekommen entsprechender Abkommen erschweren, sowie aufgrund ungleicher finanzieller Voraussetzungen der betroffenen Länder nicht ganz einfach. Die Wahrscheinlichkeit von Instabilitäten in der Versorgung bis hin zu Mangellagen und Strompannen wird voraussichtlich zunehmen.

Sicherstellung des Energiebedarfs der Armee

Die Schweizer Armee ist im Einsatz nicht nur vom Funktionieren des zivilen Energieversorgungsnetzes abhängig, sondern auch von Leistungen vieler externer Partner, die wiederum an dasselbe Energieversorgungsnetz angebunden sind. So wird beispielsweise ein grosser Teil der Instandhaltung der Hauptsysteme der Armee durch zivile Industriepartner sichergestellt, genauso wie ein Teil der Basisleistungen in den Bereichen Führungsunterstützung und Logistik.

«Die Armee ist stark mit dem zivilen Energienetz verwoben; die bestehenden Abhängigkeiten könnten sich künftig als problematisch erweisen.»

In Energiemangellagen könnten künftig Schwierigkeiten bei der Verteilung der knappen Ressourcen an zivile und militärische Akteure im Sicherheitsverbund Schweiz entstehen. Um in Mangellagen beispielsweise ein Spital energiestabil betreiben zu können, müsste im Nachbargebiet eine Netzabschaltung vorgenommen werden. Dies trotz bestehender rechtlicher Regelungen, welche die Priorisierung der Energiezulieferung für die dort im Einsatz befindlichen militärischen Kräfte sicherstellen sollten. Ein Energieengpass könnte daher einschneidende Folgen für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Armee haben. Die Armee muss somit Massnahmen ergreifen, um in einer solchen Lage ihre Energieversorgung sicherzustellen.

«Der Energiebedarf der Armee lässt sich durch nachhaltige Eigenproduktion langfristig sicherstellen.»

Die Armee müsste im Bedarfsfall ihre benötigte Energie selber produzieren können. Nur so ist sie jederzeit einsatzbereit, unabhängig von der nationalen und internationalen Energiesituation. Die Energiesicherheit stellt damit eine wesentliche Voraussetzung zur Auftragserfüllung dar und die Armee leistet damit zudem bedeutende Beiträge zur Erreichung der Klimaziele sowie zur Umsetzung der Energiestrategie 2050.

Dezentrale Eigenproduktion als mögliches Zukunftsziel

Die Energiesicherheit des Landes ist ein strategischer und sicherheitspolitischer Faktor. Aus den vier Hauptstossrichtungen der Energiestrategie 2050 des Bundes, die mit Klimaschutzmassnahmen einhergehen, lassen sich Ziele ableiten, die weitgehend deckungsgleich mit den militärischen Interessen sind.

Darüber hinaus könnten Massnahmen bei den Stromnetzen gleichzeitig zur Erreichung mehrerer Ziele dienen: So würde es durch die künftige vollkommene Öffnung des Strommarktes möglich, dass lokal produzierter Strom einfacher lokal weitergegeben werden könnte. Gemeinsam mit einer intelligenten Netzsteuerung liessen sich so Peaks in Nachfrage und Produktion ausgleichen, Netzverluste reduzieren und die Dezentralität fördern. Davon würde auch die Armee profitieren. Sie könnte unter Umständen dank dieser Massnahmen künftig ihre Aufgaben besser oder überhaupt erst erfüllen und gleichzeitig militärische Vorteile generieren. Die Armee hat folglich ein grosses Interesse, am kontinuierlichen Aufbau eines engmaschigen schweizweiten Netzes lokaler, dezentraler Energieproduktion mitzuwirken.

Nachhaltiges militärisches Denken

Die Langzeitspeicherung von Energieüberschüssen könnte weiter beispielsweise den Energievorrat für Eigenstromanlagen mobiler Systeme oder den Treibstoff für die Mobilität am Boden oder in der Luft liefern und gleichzeitig zur Reduktion des CO2-Ausstosses beitragen. Wenn dabei mit zivilen nationalen Partnern kooperiert und auf erneuerbare Energien gesetzt wird, werden nicht zuletzt auch Auslandabhängigkeiten reduziert, was den strategischen Interessen der Schweiz entspricht. Denn ein energetisch nachhaltiges Denken steht nicht im Gegensatz zum militärischen Denken – im Gegenteil: Die Denkweisen ergänzen sich.

Armee und Umwelt

Quelle: Schweizer Armee

12.10.2021

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