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Historischer Schritt im Aargau: Aarau, Baden und Lenzburg prüfen Zusammenschluss zur «Stadt Aargau»

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Aarau

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Bild ZVG Stadt Aarau

Die Städte Aarau, Baden und Lenzburg haben heute eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um einen Zusammenschluss zur neuen Einheitsgemeinde «Stadt Aargau» zu prüfen. Die drei Zentren des Kantons Aargau reagieren damit auf den jüngst vom Regierungsrat verabschiedeten Bericht «Analyse Gemeindestrukturen im Kanton Aargau» sowie auf die Botschaft 25.217, die einen partizipativen Prozess zur Stärkung der Aargauer Gemeindelandschaft einleitet.

Drei Zentren, eine Vision

Mit zusammen rund 55'000 Einwohnerinnen und Einwohnern würde die «Stadt Aargau» zur mit Abstand grössten Gemeinde des Kantons Aargau und zu einer der bedeutendsten der gesamten Deutschschweiz. Die drei Städte sehen in einem allfälligen Zusammenschluss die konsequente Antwort auf die Herausforderungen, die der im Januar 2025 veröffentlichte Prüfbericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW SML) klar benennt: Fachkräftemangel in den Verwaltungen, wachsende Schwierigkeiten bei der Besetzung von Exekutivämtern, steigender Druck auf die Qualität des Service Public sowie der Rückstand bei der Digitalisierung kommunaler Dienstleistungen.

«Die ZHAW-Studie zeigt unmissverständlich: Der Grösseneffekt ist entscheidend. Ab rund 3'000 bis 3'500 Einwohnerinnen und Einwohnern werden spürbare Verbesserungen erzielt – wir gehen mit einer gemeinsamen Stadt von 55'000 Menschen schlicht konsequent bis zu Ende», sagt Aaraus Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. «Aarau als Kantonshauptstadt trägt eine besondere Verantwortung, hier voranzugehen. Eine leistungsstarke Kernstadt stärkt den gesamten Kanton.»

Markus Schneider, Stadtammann von Baden, betont die räumliche Logik des Vorhabens: «Unsere drei Städte liegen im Herzen des kantonalen Raumkonzepts, alle ausgewiesen als Kernstädte oder ländliche Zentren. Wir arbeiten bereits heute in einer Vielzahl von interkommunalen Strukturen zusammen – bei Steuerämtern, Polizeidiensten, Sozialdiensten. Der nächste logische Schritt ist, diese fragmentierte Zusammenarbeit in eine echte demokratisch legitimierte Einheit zu überführen, statt immer neue Gemeindeverbände zu schaffen, die unsere Autonomie scheibchenweise aushöhlen.»

Lenzburgs Stadtammann Andreas Schmid betont den Nutzen für die Bevölkerung: «Als ländliches Zentrum spüren wir den Druck des Fachkräftemangels besonders stark. Qualifizierte Mitarbeitende für die Gemeindeverwaltung zu finden, wird von Jahr zu Jahr schwieriger – und wir sind dabei noch vergleichsweise gut aufgestellt. Der ZHAW-Bericht belegt zudem, dass grössere Gemeinden ihren Einwohnerinnen und Einwohnern deutlich mehr digitale Dienstleistungen anbieten können. Für mich ist das letztlich eine Frage der Servicequalität: Die Menschen erwarten heute, dass sie Behördengänge unkompliziert und rund um die Uhr online erledigen können. Mit einer gemeinsamen Stadtverwaltung hätten wir die Mittel und die Fachkompetenz, um diesen Anspruch wirklich zu erfüllen.»

Kanton begrüsst Initiative

Regierungsrat Dieter Egli, Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, zeigt sich von der Initiative der drei Städte erfreut: «Wir wollten keinen Zusammenschluss von oben verordnen – aber wenn drei der bedeutendsten Zentren des Kantons selbst die Initiative ergreifen und sich dabei an den raumplanerischen Gegebenheiten orientieren, dann begrüssen wir das und stehen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.» Egli fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: «Wir haben im Entwicklungsleitbild 2025–2034 die Strategie ‹Leistungsfähige Gemeindestrukturen fördern› festgeschrieben – aber dass es so schnell geht, hätten wir nicht gedacht.»

Weiteres Vorgehen

In einem ersten Schritt soll bis Ende 2026 eine unabhängige Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Diese wird insbesondere prüfen, wie mit den fehlenden direkten Gemeindegrenzen umzugehen ist und ob sich allenfalls weitere Gemeinden dem Projekt anschliessen möchten. Die Bevölkerung der drei Städte wird in einem breiten Mitwirkungsverfahren einbezogen. Eine gemeinsame Informationsveranstaltung ist für den Herbst 2026 geplant.

Quelle: Stadt Baden

1.4.2026

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