Hochwasserschutz in Uerkheim soll markant verbessert werden: Aargauer Regierungsrat genehmigt Projekt «Hochwasserrückhaltebecken Uerke»
2012 und 2015 hatte die Stimmbevölkerung der Gemeinde Uerkheim zwei Hochwasserschutzprojekte für die Uerke abgelehnt, danach hat das Departement Bau, Verkehr und Umwelt auf Antrag der Gemeinde ein neues Projekt erarbeitet. Nun hat der Regierungsrat hat das Projekt "Hochwasserrückhaltebecken Uerke" in Uerkheim mit einem Verpflichtungskredit von 12,2 Millionen Franken genehmigt. Damit sollen die bekannten Defizite im Hochwasserschutz in Uerkheim verbessert werden. Das Vorhaben beinhaltet zudem unter anderem den Ausbau und die Revitalisierung der Uerke sowie die Offenlegung des Katzenhaldenbächlis.
Bereits kleinere Hochwasserereignisse in den Jahren 1994, 2007, 2010, 2012, 2015, 2016 und 2021 führten teilweise zu erheblichen Schäden und bestätigten damit die in der "Gefahrenkarte Hochwasser" des Kantons aufgezeigten Gefährdungspotenziale und Schutzdefizite entlang der Uerke. Am 8. Juli 2017 schliesslich überflutete das bislang grösste Hochwasser der Uerke den gesamten Talboden und richtete in der Gemeinde Uerkheim grosse Verwüstungen an. Auch ausserhalb des Siedlungsgebiets entstanden durch Erosionen und Ablagerungen Schäden am Bachlauf und den umliegenden Flächen.
Um das bekannte Schutzdefizit zu beheben, wurden 2012 und 2015 unter der Federführung der Gemeinde zwei Hochwasserschutzprojekte für die Uerke ausgearbeitet. Diese wurden jedoch beide vom Stimmvolk der Gemeinde Uerkheim abgelehnt. Die damals geplanten Massnahmen umfassten primär eine Kapazitätserhöhung durch den Ausbau der Uerke in Form von Verbreiterungen oder Dammerhöhungen entlang des Gewässers.
Neues Projekt mit Hochwasserrückhaltebecken als Hauptmassnahme
Auf Antrag der Gemeinde übernahm das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) danach die Federführung und die Bauherrschaft. Anders als bei den früheren Projekten soll der Hochwasserschutz neu primär mit einem Hochwasserrückhaltebecken oberhalb des Siedlungsgebiets von Uerkheim sichergestellt werden. Damit soll die Gemeinde Uerkheim gemäss den kantonalen Hochwasserschutzzielen vor einem Hochwasser geschützt werden, dass statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftritt.
Das Projekt wurde vom Regierungsrat in seiner Sitzung vom 14. Januar 2026 genehmigt und das BVU mit der Umsetzung beauftragt. Die Hauptmassnahme ist wie erwähnt ein Hochwasserrückhaltebecken mit einem Rückhaltedamm und einem Durchlassbauwerk, zur Drosselung des Abflusses. Bei der Gestaltung wird darauf geachtet, dass die Durchgängigkeit für Tiere zu gewährleistet ist. Der Damm wird sich L-förmig vor dem südlichen Dorfeingang über die gesamte Talbreite erstrecken, bestehend aus einem Querdamm und einem Nebendamm entlang der Kantonsstrasse. So kann sich bei einem Hochwasserereignis in der Talebene Richtung Bottenwil ein See aufstauen. Um die hinter dem Damm stehenden Gebäude entlang der Kantonsstrasse und die Kantonsstrasse selber besser zu schützen, wird die Dammhöhe in diesem Bereich noch zusätzlich um rund 0,5 Meter erhöht. Die Dammkrone kommt ungefähr 6 Meter über dem Terrain zu liegen. Der Damm wird optimal ins Landschaftsbild eingebunden.
Weitere Massnahmen
Eine weitere Massnahme ist der Ausbau der Uerke im Dorf. Dieser beinhaltet die Erneuerung von zu klein dimensionierten Brücken, lokale Ufererhöhungen und eine Verbesserung der Situation im Bereich einer Liegenschaft, wo die Uerke unter dem Gebäude hindurchfliesst. Gleichzeitig mit dem Dammbau wird – als ökologischer Ausgleich – die Uerke im Bereich des Rückhalteraums revitalisiert und das Katzenhaldenbächli offengelegt. Beide Gewässer werden naturnah gestaltet und mit zusätzlichen Strukturierungen wie Totholzfaschinen und Wurzelstöcken aufgewertet. Zudem werden die bestehenden Amphibientümpel, die dem Dammbau weichen müssen, durch neue Tümpel ersetzt.
Die Kantonsstrasse K317 zwischen Uerkheim und Bottenwil ist sanierungsbedürftig. Um Synergien zu nutzen, wird der Zeitplan der Strassensanierung auf denjenigen des Hochwasserschutzprojekts abgestimmt. Wegen des Damms muss die K317 auf einem Abschnitt von knapp 300 Metern verlegt werden. Sie wird um einige Meter nach Nordwesten verschoben und teilweise um rund einen Meter erhöht. Dadurch wird der Verkehrsfluss auf der Hauptachse im Uerkental auch während der Bauphase deutlich weniger beeinträchtigt.
Kosten und Zeitplan
Der Grosse Rat hat am 23. April 2024 für das Projekt "Hochwasserrückhaltebecken Uerke" in der Gemeinde Uerkheim einen Verpflichtungskredit von 12,2 Millionen Franken beschlossen. Der Bund beteiligt sich mit 4,3 Millionen Franken an den Kosten, die Aargauische Gebäudeversicherung mit 0,6 Millionen Franken und der Anteil des Kantons beträgt rund 4,6 Millionen Franken. Die Gemeinde Uerkheim hat ihrem Kostenanteil von 2,7 Millionen Franken bereits an der Gemeindeversammlung vom 26. November 2021 zugestimmt.
Nach der Projektgenehmigung durch den Regierungsrat folgen nun der Landerwerb und die Submission der Baumeisterarbeiten. Gemäss heutigem Planungsstand werden die Bauarbeiten 2027–2029 durchgeführt.
Quelle: Kanton Aargau
23.1.2026