Siedlungsflächen im Kanton Luzern wachsen weiter – aber langsamer
Die Ausdehnung der Siedlungsflächen der letzten Jahrzehnte fand im Kanton Luzern vor allem auf Kosten der Landwirtschaftsflächen statt. Dennoch wird auch 2021 der grösste Anteil des Kantonsgebiets landwirtschaftlich genutzt. Das Wachstum der Siedlungsflächen hat sich in den letzten Jahren verlangsamt, und der knappe Baugrund wurde zunehmend für Mehrfamilienhäuser genutzt, wie LUSTAT Statistik Luzern im neuen Webartikel zur Arealstatistik mitteilt.
2021 machen die landwirtschaftlichen Nutzflächen mit 78'548 Hektaren 53 Prozent der Kantonsfläche aus. Sie prägen denn auch nach wie vor das Luzerner Landschaftsbild. Die Siedlungsflächen im Kanton sind gemäss Arealstatistik im Zeitraum zwischen der letzten Erhebung 2015/16 und der jüngsten von 2021 um 364 Hektaren gewachsen (+2,4%). 92 Prozent dieser neu entstandenen Siedlungsflächen waren davor landwirtschaftlich (ohne Alpwirtschaft) genutzt worden.
Siedlungsflächen wachsen weiter – aber langsamer
Betrachtet man die Entwicklung der Siedlungsflächen in langer Frist, zeigt sich, dass das Tempo des Siedlungswachstums in jüngerer Zeit deutlich abgenommen hat: Zwischen 1980/82 und 1993/94 hatten sich die für Siedlungszwecke beanspruchten Flächen mit einem Zuwachs von durchschnittlich 137 Hektaren pro Jahr noch mehr als doppelt so schnell vergrössert wie zuletzt zwischen 2015/16 und 2021.
Zum Wohnen genutzte Fläche hat sich seit 1980/82 fast verdoppelt
Gemäss der jüngsten Erhebung 2021 gelten im Kanton Luzern 4'739 Hektaren als Wohnareale, womit knapp ein Drittel (30%) der Siedlungsflächen für Wohnzwecke bestimmt ist. Seit der ersten Erhebung 1980/82 hat sich die für Wohngebäud (inkl. Umschwung) genutzte Fläche fast verdoppelt (+95,4%).
Nachdem bis 2015/16 über die Hälfte des jährlichen Zuwachses an Wohnarealen auf Ein- und Zweifamilienhäuser entfallen war, waren es seither lediglich noch 25 Prozent. Dafür wurden 71 Prozent der zusätzlich zum Wohnen benötigten Fläche für Mehrfamilienhäuser genutzt. Dies deutet auf eine Tendenz zu sparsamerem Umgang mit der knappen Ressource Boden hin.
Neben dem Bevölkerungswachstum hat auch der zunehmende Wohnflächen verbrauch pro Kopf wesentlich zur Ausdehnung der Flächen für Wohngebäude beigetragen: Von 1980/82 bis 2021 sind die Flächen für Wohnareale pro Kopf von 80 auf 113 Quadratmeter angewachsen (+41,9%).
Bodennutzung variiert stark je nach Region
Die höchsten Siedlungsflächenanteile weisen 2021 im Kanton Luzern die Regionen Stadt Luzern, Agglomerationskern und Sursee/Sempachersee auf. Umgekehrt hat das Entlebuch den mit Abstand geringsten Anteil an Siedlungsflächen. In den Regionen Seetal und Rottal-Wolhusen dominieren die Landwirtschaftsflächen mit je einem Anteil von über zwei Dritteln.
Quelle: LUSTAT Statistik Luzern
24.8.2026