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Klimafitte Aargauer Landwirtschaft – Agroforst-Pioniere gaben Einblicke: Erstes Praxisforum Agroforst

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Informationen im Feld

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Teilnehmende auf dem Rundgang durch die Agroforst-Anlage am FiBL. Foto Simona Moosmann FiBL. Bild ZVG Kanton Aargau

Beim erstmals durchgeführten Praxisforum Agroforst am 29. Mai 2026 am FiBL diskutierten Landwirtinnen, Landwirte und Forschende darüber, wie Bäume und Sträucher dazu beitragen können, Ackerkulturen und Nutztiere gegen Klimastress fit zu machen. Aargauer Agroforst-Pioniere, die 2023 vom Kanton mit dem Förderpreis Agroforst ausgezeichnet wurden, gewährten Einblicke in ihre Produktionssysteme.

Im Aargau suchen Landwirtinnen und Landwirte nach Lösungen, um mit extremer Hitze, Trockenheit und Starkniederschlägen umzugehen. Auf Äckern und Weideflächen gepflanzte Bäume und Sträucher tragen als Agroforst-Systeme dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, die Kulturen zu schützen und die Tiergesundheit zu fördern. Landwirtschaftsdirektor und Regierungsrat Dr. Markus Dieth zeigt sich erfreut: "Die Erfahrungen der Pionierbetriebe, welche dieses Agroforst-Know-how aufbauen, stossen zunehmend auf Interesse. Forschung und Beratung sorgen für die Sicherung und Weitergabe der Erkenntnisse."

Gehölze als Hitzeschutz, Bodenverbesserer und Ergänzungsfutter

Das Praxisforum Agroforst ist eine Kooperation des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg mit dem FiBL und dem Agroforst-Beratungsunternehmen SilvoCultura. Am Anlass vom 29. Mai tauschten sich Praktikerinnen und Praktiker, Forschende und Beratungspersonen dazu aus, wie sich Agroforst nutzbringend auf Landwirtschaftsbetrieben umsetzen lässt. Im Fokus stehen Hitzeminderung, Erosionsschutz, Humusaufbau, Biodiversitätsförderung sowie die Stärkung der Tiergesundheit durch Laub als Ergänzungsfutter. Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth begrüsst es, dass Landwirtinnen und Landwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen neue Wege gehen: "Die Integration von Gehölzen in die betrieblichen Kreisläufe steht exemplarisch für eine Landwirtschaft, die Nahrungsmittelproduktion und ökologische Verantwortung verbindet. Agroforst-Landwirtinnen und -Landwirte leisten einen wichtigen Beitrag zur Klima-Anpassung und zum Klimaschutz. Gleichzeitig eröffnen Agroforst-Systeme neue Perspektiven für die landwirtschaftliche Produktion. Kurz: Agroforst hilft, Risiken zu verteilen und die Produktionsgrundlagen langfristig zu sichern."

Drei Förderpreis-Projekte wurden präsentiert

Drei Aargauer Landwirtschaftsbetriebe, die 2023 mit dem Förderpreis Agroforst Aargau ausgezeichnet worden waren, präsentierten am Praxisforum Agroforst ihre realisierten Projekte.

Karin und Thomas Wüthrich, Elfingen: Ziegenweide mit Futterhecken und Bäumen

Die Ziegenweiden wurden mit Strauchgruppen bepflanzt. Diese dienen als Schattenspender und dürfen abschnittsweise durch die Ziegen beweidet werden. Die Inhaltsstoffe schützen vor Darmparasiten. Bei Hitzeperioden bleiben Luft- und Bodenfeuchtigkeit dank der Gehölze länger erhalten. So wächst auch im Hochsommer frisches Gras nach und die Tiere finden Abkühlung.

Pirmin Adler, Oberrüti: Weidehaltung mit Nutzhecken

Die Weiden für Rinder und Freiland-Poulet sind durch Streifen mit Gehölzen unterteilt, welche den Tieren Schatten, Nahrung und Beschäftigung bieten. Die Hecke besteht aus hochwertigen Futtergehölzen, an welchen sich die Rinder selbst bedienen können. Die Heckenbiomasse wird regelmässig geerntet und als Hackschnitzel in die Betriebskreisläufe integriert.

Rolf Treier, Gipf-Oberfrick / Bözberg: Baumreihen mit Strukturen auf Acker- und Weideland

Mit Bäumen bepflanzte Erdwälle in den Weiden und Ackerflächen schützen vor Erosion und sorgen für eine bessere Wasserspeicherung im Boden. Ast- und Steinhaufen in den Baumreichen fördern die Biodiversität. Mit dem Heranziehen hochwertiger Stämme zu Furnier- und Möbelholz entsteht ein Generationenprojekt, welches langfristig CO2 bindet und dem Betrieb zukünftig neue Einkommensquellen erschliesst.

Quelle: Kanton Aargau

2.6.2026

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