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Uni Bern antwortet auf Unterstellung von Fake News der NZZ mit einem offenen Brief

Christian Degen - Uni Bern

Christian Degen - Uni Bern

Bild ZVG Uni Bern

Die NZZ bezeichnet in einem Artikel die Wissenschaftskommunikation der Universität Bern als unehrlich. Die Universität Bern weist diese Unterstellung zurück. Christian Degen, Leiter der Abteilung Kommunikation & Marketing, bezieht in einem offenen Brief Stellung.

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

In der NZZ ist am 23. und 24.3. 2021 in der Printausgabe ein Artikel unter dem Titel «Vor lauter Reklame leidet die Wahrheitssuche» erschienen (Artikel hinter Paywall). Darin unterstellt der Journalist der Universität und der Abteilung Kommunikation & Marketing (AKM), dass ihre Wissenschaftskommunikation unehrlich sei, weil sie zum Zwecke des Reputationsmanagements instrumentalisiert würde und die Universität damit «ihre News zum Fake» mache. Der Journalist zieht diese und weitere falsche Schlussfolgerungen offenbar auf Basis einer AKM-internen Checkliste (siehe unten). Der AKM wurde keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Ich kann diesen Artikel nicht unkommentiert lassen.

Wichtig ist mir gleich zu Beginn festzuhalten, dass die Universität und die AKM keine «Fake News» produzieren und auch keine Forschungsergebnisse in irgendeiner Weise «verdrehen», nur um eine Wirkung zu erzielen. Es ist jedoch eine Kernaufgabe der AKM, die Reputation und das Image der Universität positiv zu beeinflussen und sie als das zu positionieren, was sie ist: eine Spitzenuniversität mit gesellschaftlicher Relevanz. Dabei geht es uns immer darum, die Leistungen der Universität in allen Bereichen ehrlich, offen und transparent als Ganzes sichtbar zu machen.

Es ist korrekt, dass die AKM intern mit einer Checkliste arbeitet. Diese hilft den Themenverantwortlichen in der AKM, die als Ansprechpersonen für die Forschenden und für die Fakultäten und Zentren die Vielfalt der Themen im Auge haben, innerhalb ihres Themenbereichs Art und Umfang der kommunikativen Massnahmen einzuschätzen. Bei der Priorisierung der Themen anhand dieser Checkliste werden – immer innerhalb der Themenbereiche – die Positionierung der Universität (Spitzenuniversität, zukunftsorientiert mit gesellschaftlicher Relevanz) und die Kernwerte der Universität (glaubwürdig, offen, fair, leidenschaftlich, selbstbewusst) beurteilt. Aufgrund der Checkliste, in der maximal 19 Punkte vergeben werden können, werden Themen mit zehn Punkten oder mehr ausführlich in einem Planungs-Meeting vorgestellt. Dort wird entschieden, wie die kommunikativen Massnahmen genauer aussehen sollen. Themen mit weniger Punkten werden nicht weggelassen, sondern direkt und selbständig von den Themenverantwortlichen behandelt und umgesetzt.

Die Zielgruppen unserer Kommunikation sind die Studierenden, die Mitarbeitenden, die Wissenschaftsinteressierten, die Bevölkerung und Politik & Wirtschaft. Diese werden von uns im Gegensatz zur Behauptung im Artikel jedoch als gleichwertig behandelt und werden in dieser Checkliste deshalb aufgeführt, damit wir in der Planung festhalten können, wen ein Beitrag besonders interessiert und für welche Kanäle (Onlinemagazin «uniaktuell», Mitarbeitendenmagazin «unilink», Social Media etc.) wir die Beiträge vorsehen.

Wir wehren uns dezidiert gegen die Unterstellung, dass wir unehrlich vorgehen, bewusst wissenschaftliche Resultate schönreden oder gar «Fake News» produzieren, wie im Artikel suggeriert wird.

«Checkliste Themenauswahl für Themenverantwortliche»

Quelle: Uni Bern

29.3.2021

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